Es kann Jeden treffen – Vorsorgen kommt vor den Sorgen!

Jeder von uns kann in eine Situation kommen, in der er auf fremde Hilfe angewiesen ist. Ein Unfall, eine schwere Krankheit oder das Nachlassen der geistigen Kräfte im Alter können dazu führen, dass Sie Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Dann ist es gut, wenn man Vorkehrungen getroffen hat.
Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, wer im Ernstfall Entscheidungen für Sie treffen soll? Oft ist die Antwort auf diese Frage scheinbar einfach: Meine Kinder, mein Ehepartner, mein Lebenspartner…

So einfach, wie es klingt, ist es nicht ganz. Soweit keine Vollmachten vorhanden sind, endet die Vertretungsbefugnis Ihrer Angehörigen. Sie haben allerdings die Möglichkeit, gerade hier Vorsorge zu treffen, in dem Sie Vollmachten erteilen oder Wünsche zur Auswahl eines Betreuers schriftlich formulieren. Dies ist im Rahmen einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung möglich.

Fragen, die Sie für den Fall, dass Sie handlungsunfähig werden, regeln sollten sind:



  • Wer darf für mich Post entgegen nehmen, öffnen, weiterleiten?
  • Wer darf für mich auf die Bank gehen und Rechnungen bezahlen?
  • Wer darf für mich Anträge bei Krankenkassen und anderen Behörden stellen?
  • Wer darf meine Wohnung kündigen, auflösen und eine neue einrichten, wenn ich aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht mehr dort wohnen kann?
  • Wer kontrolliert für mich Behandlungen im Krankenhaus?
  • Wen muss der Arzt aufklären, bevor etwas getan wird?
  • Wer setzt meinen Willen durch?

 

Ob in allen Dingen, die mit Geld zu tun haben, aber auch bei Fragen und Entscheidungen zu Ihrer Gesundheit - es ist wichtig an die Zukunft zu denken.

 

Mit dem 2009 in Kraft getretenen „Patientenverfügungsgesetz“ ist nun auch die Patientenverfügung eine gesetzlich geregelte Möglichkeit zur Festlegung von Behandlungswünschen in Bezug auf lebenserhaltende und/oder verlängernde Maßnahmen. Alles hat einen Anfang und ein Ende – nur über das Ende spricht man nicht gern!

Die zu erstellende Willensäußerung ist schwer zu formulieren. Sie müssen sich mit Leben, Sterben und dem Tod auseinandersetzen. Sie müssen sich die Frage stellen, was für Sie Lebensqualität und Lebenswürde bedeutet. Haben Sie eventuell schon Erfahrungen in der Begleitung von Sterbefällen gemacht? Haben Sie einen religiösen Hintergrund? Was wollen Sie in der Patientenverfügung genau regeln? Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über
diese Themen, lassen Sie sich beraten und setzen Sie das Ergebnis in Schriftform auf.

 

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Betreuungsvereine im Land Sachsen-Anhalt steht Ihnen für diese Themen gern beratend zur Verfügung. Sie können sich hierzu auch direkt an die Beteuungsvereine in den Landkreisen wenden, deren Kontaktdaten Sie über den Link oben rechts und die Website der LAG erreichen.

 

(Eik Schieferdecker, Merseburg)